Der Presseclub Salzburg hat den Festspielbezirk besichtigt. Lukas Crepaz, kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele, führte die Mitglieder durch das Große Festspielhaus – dorthin, wo das Publikum sonst nicht hinkommt: in Garderoben, Werkstätten, Schlosserei und Tischlerei, in Malersaal und Kostümschneiderei. Die Botschaft war eindeutig: Das Haus ist alt. Und es braucht mehr als Kosmetik.

Crepaz stellte das Projekt „Festspielbezirk 2030“ vor. Es geht nicht nur um eine Renovierung, sondern um Sanierung, Neuordnung und Erweiterung des gesamten Areals. Vieles stammt noch aus der Aufbauzeit: Solistengarderoben und Sanitärbereiche versprühen den Charme der Fünfzigerjahre. Nach mehr als 60 Jahren Betrieb ist eine Generalsanierung unausweichlich.

Zahlen, Betrieb, Bedeutung

Auch die Dimensionen des Betriebs wurden sichtbar. Im Festspielbezirk arbeiten ganzjährig rund 250 Mitarbeiter:innen, im Sommer bis zu 4.500. Gespielt wird auf drei Bühnen mit insgesamt 5.417 Sitzplätzen. Pro Jahr kommen etwa 850.000 Besucher:innen, davon rund 260.000 in den Sommermonaten. Der Festspielbezirk ist damit nicht nur Kulturstätte, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Die Wertschöpfung liegt laut Festspielen bei rund 250 Millionen Euro pro Jahr.

Was gebaut wird – und was das kostet

Kernstück des Projekts ist ein neues „Haus im Berg“: Direkt hinter dem Großen Festspielhaus soll im Mönchsberg Platz entstehen – für Montagehalle, Proben- und Einspielräume sowie Haustechnik. Das bestehende Werkstättengebäude wird nach hinten erweitert. Für Hinter- und Seitenbühne bringt das Projekt dringend benötigte Flächen. Auch die Logistik wird neu geordnet: Die Anlieferung verlagert sich in den Neutortunnel, die bisherige Situation in der Hofstallgasse entfällt.

Die Kosten der ersten Projektphase liegen bei rund 395 Millionen Euro. Ab Herbst 2028 soll das Große Festspielhaus für die Sanierung gesperrt werden. Für diese Zeit prüfen die Verantwortlichen zwei Standorte für eine temporäre Konzerthalle: die Stiegl-Gründe in Maxglan und die Wiese beim ehemaligen Kloster St. Josef im Nonntal.

Damit jeder informiert ist: Projektkommunikation

Begleitet wird das Bauvorhaben durch proaktive Kommunikation: Die Verantwortlichen wollen Ziele, Notwendigkeit und Auswirkungen des Projekts erklären – über eigene Informationskanäle und mit Bürgerveranstaltungen. Informationen und aktuelle Updates finden Interessierte unter www.festspielbezirk2030.at/.

Zum Abschluss klang der Abend auf der Presseterrasse aus. In den Gesprächen blieb eine Erkenntnis hängen: Der Umbau ist keine Frage des Wollens, sondern des Müssens. Und das Festspielhaus hat noch viele Geschichten – nur braucht es dafür eine neue Bühne hinter der Bühne.

 

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Blick hinter die Kulissen: Presseclub Salzburg im Festspielbezirk